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Podcast-Folge 18: Awareness steigern – Shownotes

Die beste Krisenvorbereitung nützt nichts, wenn die Krisenreaktion nicht oder erst viel zu spät ausgelöst wird. Damit hier nicht wertvolle Zeit verloren wird, braucht unser Team ein Bewusstsein für unsere Umgebung und die daraus resultierenden Handlungsimplikationen – Awareness.

Wie kann man Awareness nun gezielt steigern? Ein mögliches Modell für eine Awareness-Kampagne besteht aus fünf Phasen:

  1. Bedarfsermittlung: Es muss zunächst analysiert werden, welche Situationen, Risiken bzw. Gefahrenpotenzial für ein Team bzw. eine Gruppe wirklich relevant sein können. Wenn nämlich eine Person im Rahmen von Awarenessmaßnahmen das Gefühl bekommt, dass nur ein verschwindend kleiner Teil für sie oder ihn relevant ist, dann entsteht damit automatisch der Eindruck, dass man selber für eine schnelle Krisenreaktion auch nicht relevant ist. Und so sinkt die Awareness eher, als dass sie steigt.
  2. Konfrontation: Es geht darum, die jeweiligen Personen von Unbeteiligten zu Betroffenen zu machen. „Betroffen“ in dem Sinn, dass ihnen klar wird, dass sie alle weiteren Informationen und Schulungen wirklich betreffen. Am besten funktioniert das, indem der jeweilige Krisenauslöser so realistisch wie möglich erlebt wird. Aber Achtung: Die Personen dürfen dabei nicht überfordert werden. Wenn diese Konfrontation zu massiv, zu emotional oder zu stressig ausfällt, dann kann es statt zu Awareness zu Panik kommen. Und die führt dann dazu, dass im Krisenfall nicht die gewünschte Krisenreaktion gezeigt wird sondern reine Flucht.
  3. Awareness steigern: Nun können konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Awareness gesetzt werden. Das ist im Idealfall ein Mix aus Wissensvermittlung, Demonstration(en) und aktiver Beteiligung. Die Personen müssen lernen, was bestimmte Situationen bzw. Ereignisse bedeuten und müssen dieses neu erlangte Wissen auch anwenden können. Dabei muss die Erfahrung gemacht werden, dass durch diese neue Awareness auch tatsächlich die Krisenreaktionsfähigkeit des Unternehmens, der Organisation bzw. der Behörde steigt und damit die Krise besser bewältigt oder vielleicht sogar abgewendet werden kann.
  4. Nachhaltigkeit schaffen: Der größte Feind von Awareness ist der Alltag, in dem Gewöhnung zum „Ausblenden“ der möglichen Risiken oder Gefährdungen führen kann. Es muss also ein Weg gefunden werden, die Themen aus der Phase 3, der Awareness-Steigerung, periodisch immer wieder anzusprechen. Es braucht immer wieder aktuelle Hintergründe, vor denen das Wissen aufgefrischt und die Awareness damit hoch gehalten werden kann. Ideale Voraussetzung hierfür ist eine No-Blame Culture: Diese gewährleistet, dass Fehler nicht vertuscht sondern angesprochen werden. Und genau das führt automatisch dazu, dass die entsprechenden Inhalte wieder thematisiert werden und die notwendige Awareness wieder erhöht bzw. hoch gehalten wird.
  5. Evaluation der Wirksamkeit: Eine Möglichkeit dafür sind regelmäßige Übungen, am besten Simulationen unter realistischen Bedingungen. Diese bieten, besonders wenn sie nicht angekündigt sind, einen guten Einblick in die bestehende Awareness eines Teams.

Wenn sie Wünsche oder Anregungen haben, freue ich mich wie immer über eine Email: podcast@krisenmeisterei.at

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