Inhalt dieser Folge
Kern der Episode: Kompetenz entsteht nicht durch Show, sondern durch kurze, häufige, gezielte Teilübungen, die vor allem die entscheidende Anfangsphase der Krisenreaktion trainieren.
Dazu kommen zwei Erfolgshebel: professionelle Nachbereitung und ein Klima psychologischer Sicherheit – sowie die klare Forderung, dass Top-Management mitüben muss.
Wichtige Punkte
- „Schulterklopfen“ ist kein Kompetenznachweis: Pflichtübungen ohne Stress und Dynamik beruhigen – sie bauen aber oft keine echte Krisenroutine auf.
- SOP/Checkliste testen ist sinnvoll – aber begrenzt: Der Output kann eine getestete Checkliste sein, nicht automatisch kompetente Führung unter Druck.
- Unter Stress gewinnt Gewohnheit: In echten Lagen handeln Menschen eher nach Routinen als nach Lehrbuch – deshalb muss unter realistischen Belastungen geübt werden.
- Realismus ≠ aufwendige Simulation: Special Effects sind nicht der Schlüssel; entscheidend ist der passende Mix aus Zeitdruck, Informationsmangel und notwendigen Entscheidungen.
- Frequenz schlägt Großevent: Lieber kurz & regelmäßig (idealerweise monatlich) als seltene Großübungen.
- Die erste Phase entscheidet: Gerade der Start einer Krise bestimmt, wie schnell und gut die Reaktion hochfährt.
- Nachbereitung ist Pflicht, sonst ist es Selbstbetrug: Ohne Auswertung bleibt Üben Statistik und kann Zeit-/Geldverschwendung sein.
- Psychologische Sicherheit ist Voraussetzung: Ohne Fehlerkultur keine ehrliche Nachbesprechung – und damit keine Entwicklung.
- Führung muss mitüben: Nicht nur operativ – auch taktisch/strategisch; und zwar inklusive oberster Ebene.
Zitate aus der Episode
- „Dieses Schulterklopfen … ist … Selbstberuhigung und letztendlich … Selbstbetrug.“
- „In einem derartigen Stress handeln wir eher nach Gewohnheit …“
- „Übungen ohne … Auswertung und Aufarbeitung sind … sinnlos und ein Mittel zum Selbstbetrug.“
- „Wiederholung schafft Kompetenz, Sicherheit und Routine.“
Empfohlene Maßnahmen
- Ziel pro Übung festlegen: Was genau soll heute besser werden (Entscheidung, Rollen, Kommunikation, Lagebild, Eskalation)?
- Abschnitt statt Gesamtszenario üben: Besonders wirksam: Startphase (Alarmierung, erstes Lagebild, erste Entscheidungen).
- Stressoren bewusst designen: Zeitdruck + Informationslücken + dringende Entscheidungen – statt „Kulisse“.
- Taktung erhöhen: Kurzformate regelmäßig (monatlich/zweimonatlich) einplanen – 1-2 Stunden reichen oft.
- Nachbereitung standardisieren: „Beibehalten – Verbessern – Anpassen – Dazulernen“ als feste Struktur nach jeder Übung.
- Psychologische Sicherheit aktiv herstellen: Fehler als Lernquelle vereinbaren.
- Führung verbindlich einbinden: Auch oberste Ebene übt mit – als Vorbild und weil Kompetenz dort entscheidet.
Wenn sie Wünsche oder Anregungen haben, freue ich mich über eine E-Mail: podcast@krisenmeisterei.at.
Vielen Dank fürs Zuhören und auf Wiedermeistern bei der nächsten Folge!
