Episode 119: Warum Schweigen eskaliert – Shownotes

Inhalt dieser Folge

  • Warum Schweigen in Krisen schneller wirkt als jede offizielle Analyse – und oft als Führungsvakuum wahrgenommen wird.
  • Wie sich ohne frühes Statement Gerüchte, Deutungen und Vertuschungsfantasien ausbreiten können.
  • Das Kernprinzip der Anfangsphase: Schnelligkeit vor Perfektion – ohne „irgendwas“ zu behaupten.
  • Weshalb die Realität parallel läuft (Stakeholder interpretieren sofort), während Organisationen oft noch seriell denken (erst analysieren, dann entscheiden, dann kommunizieren).
  • Warum Kommunikation nach innen und außen konsistent sein muss – und was passiert, wenn sie es nicht ist.
  • Krisenkommunikation als Führungsaufgabe: nicht „delegieren und vergessen“, sondern aktiv steuern.
  • Wie Vorbereitung, Vorlagen und Training helfen, auch bei unvollständiger Lage handlungsfähig zu bleiben.

Wichtige Punkte

  • Schweigen kostet Vertrauen: Intern wie extern entstehen sofort Interpretationen – meist zu Ihrem Nachteil.
  • Erstes Statement zählt: Am Anfang geht es um Klarheit, Verantwortung und Handlungsfähigkeit – nicht um Detailtiefe.
  • Eine Stimme, ein Bild: Unterschiedliche Botschaften (intern vs. extern) zerstören Glaubwürdigkeit.
  • Kommunikation stabilisiert: Frühzeitige Kommunikation verhindert Folgekrisen durch Unsicherheit und Aktionismus.
  • Zeit ist ein Risikofaktor: Social Media beschleunigt Wahrnehmung und Eskalation.
  • Vorbereitung schlägt Improvisation: Vorlagen, Sprecherrollen, Tonalität und Entscheidungswege sollten vorab geklärt sein.
  • Üben unter Zeitdruck: Training muss vom „gemütlichen“ Durchspielen zu realistischem Tempo führen.

Zitate aus der Episode

  • Schnelligkeit vor Perfektion.
  • Schweigen führt automatisch zu Vertrauensverlust – nach innen und nach außen.
  • Die Realität ist nicht seriell, sondern parallel.
  • Wo Führung notwendig ist und nicht wahrgenommen wird, passiert sie trotzdem – nur womöglich nicht so, wie man das eigentlich möchte.

Empfohlene Maßnahmen

  1. Legen Sie eine „Erste-Statement“-Regel fest (Minuten, nicht Stunden).
    Definieren Sie intern verbindlich, wann spätestens ein erstes Statement rausgeht – auch bei unvollständiger Lage.
  2. Nutzen Sie eine 3-Satz-Struktur für die Initialmeldung.
    • Was ist passiert / was wissen wir aktuell?
    • Was tun wir jetzt (Maßnahmen, Krisenstab aktiv)?
    • Wann kommt das nächste Update / wo gibt es Infos?
  3. Stellen Sie Konsistenz sicher – innen und außen.
    Klären Sie, welche Inhalte intern detaillierter sein dürfen, ohne dass Interpretation oder Bewertung extern widerspricht.
  4. Bereiten Sie Szenario-Bausteine vor („in der Schublade“).
    Für Ihre Top-Szenarien: vorformulierte Erstmeldungen, Q&A, Sprachregelungen, Freigabeprozesse.
  5. Benennen und trainieren Sie Sprecherrollen.
    Wer spricht intern? Wer extern? Wer stimmt ab? Wer entscheidet bei Zeitdruck?
  6. Üben Sie unter realistischen Bedingungen.
    Steigern Sie im Training gezielt den Zeitdruck und die Komplexität.
  7. Machen Sie den Selbstcheck im Krisenstab.
    Beantworten Sie vorab: Wie lange dauert es bei uns bis zur ersten klaren Information an Mitarbeitende? Wer geht wann vor Mikro/Kamera?

 


Wenn sie Wünsche oder Anregungen haben, freue ich mich über eine E-Mail: podcast@krisenmeisterei.at.

Vielen Dank fürs Zuhören und auf Wiedermeistern bei der nächsten Folge!

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