Episode 120: Keine Show. Nur Wirkung – Shownotes

Inhalt dieser Folge

Kern der Episode: Kompetenz entsteht nicht durch Show, sondern durch kurze, häufige, gezielte Teilübungen, die vor allem die entscheidende Anfangsphase der Krisenreaktion trainieren.

Dazu kommen zwei Erfolgshebel: professionelle Nachbereitung und ein Klima psychologischer Sicherheit – sowie die klare Forderung, dass Top-Management mitüben muss.

Wichtige Punkte

  • „Schulterklopfen“ ist kein Kompetenznachweis: Pflichtübungen ohne Stress und Dynamik beruhigen – sie bauen aber oft keine echte Krisenroutine auf.
  • SOP/Checkliste testen ist sinnvoll – aber begrenzt: Der Output kann eine getestete Checkliste sein, nicht automatisch kompetente Führung unter Druck.
  • Unter Stress gewinnt Gewohnheit: In echten Lagen handeln Menschen eher nach Routinen als nach Lehrbuch – deshalb muss unter realistischen Belastungen geübt werden.
  • Realismus ≠ aufwendige Simulation: Special Effects sind nicht der Schlüssel; entscheidend ist der passende Mix aus Zeitdruck, Informationsmangel und notwendigen Entscheidungen.
  • Frequenz schlägt Großevent: Lieber kurz & regelmäßig (idealerweise monatlich) als seltene Großübungen.
  • Die erste Phase entscheidet: Gerade der Start einer Krise bestimmt, wie schnell und gut die Reaktion hochfährt.
  • Nachbereitung ist Pflicht, sonst ist es Selbstbetrug: Ohne Auswertung bleibt Üben Statistik und kann Zeit-/Geldverschwendung sein.
  • Psychologische Sicherheit ist Voraussetzung: Ohne Fehlerkultur keine ehrliche Nachbesprechung – und damit keine Entwicklung.
  • Führung muss mitüben: Nicht nur operativ – auch taktisch/strategisch; und zwar inklusive oberster Ebene.

Zitate aus der Episode

  • Dieses Schulterklopfen … ist … Selbstberuhigung und letztendlich … Selbstbetrug.
  • In einem derartigen Stress handeln wir eher nach Gewohnheit …“
  • Übungen ohne … Auswertung und Aufarbeitung sind … sinnlos und ein Mittel zum Selbstbetrug.
  • Wiederholung schafft Kompetenz, Sicherheit und Routine.

Empfohlene Maßnahmen

  1. Ziel pro Übung festlegen: Was genau soll heute besser werden (Entscheidung, Rollen, Kommunikation, Lagebild, Eskalation)?
  2. Abschnitt statt Gesamtszenario üben: Besonders wirksam: Startphase (Alarmierung, erstes Lagebild, erste Entscheidungen).
  3. Stressoren bewusst designen: Zeitdruck + Informationslücken + dringende Entscheidungen – statt „Kulisse“.
  4. Taktung erhöhen: Kurzformate regelmäßig (monatlich/zweimonatlich) einplanen – 1-2 Stunden reichen oft.
  5. Nachbereitung standardisieren: „Beibehalten – Verbessern – Anpassen – Dazulernen“ als feste Struktur nach jeder Übung.
  6. Psychologische Sicherheit aktiv herstellen: Fehler als Lernquelle vereinbaren.
  7. Führung verbindlich einbinden: Auch oberste Ebene übt mit – als Vorbild und weil Kompetenz dort entscheidet.

 


Wenn sie Wünsche oder Anregungen haben, freue ich mich über eine E-Mail: podcast@krisenmeisterei.at.

Vielen Dank fürs Zuhören und auf Wiedermeistern bei der nächsten Folge!

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