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Podcast-Folge 19: Wir sind vorbereitet! Wirklich? – Shownotes

Wenn Top-Führungskräfte sagen, ihr Unternehmen, ihre Organisation oder ihre Behörde sei auf alle Szenarien vorbereitet, so entspricht das nicht immer der Wahrheit – auch wenn sie selbst davon womöglich felsenfest überzeugt sind. Denn oft wird fehlende Planung seitens der operativen Basis kompensiert. Was dazu führt, dass Notfälle und kleine Krisen auch ohne entsprechende Vorbereitung überstanden wird. Und, dass sich diese Führungskräfte bestätigt fühlen.

Was wiederum gefährlich ist, denn derartige Kompensationen halten nicht lange. Spätestens dann, wenn es nicht nur operative sondern auch dispositive und strategische Maßnahmen braucht, kommt das System ins Straucheln.

Es ist also wichtig bei der Frage „Sind wir vorbereitet?“ nicht auf angenehme Einflüsterer zu hören sondern zu überprüfen, ob entsprechende Pläne und evaluierte Übungen bzw. Simulationen die Grundlage für die Antwort darstellen.

Darüber hinaus kann eine gute Vorbereitung nur erreicht werden, wenn es möglich ist auf die Frage „Sind wir vorbereitet?“ mit „Nein“ zu antworten. Eine No-Blame-Culture muss es ermöglichen, Fehler im System und unangenehme Wahrheiten offen anzusprechen.

Zuletzt ist es wichtig, Erfahrungen zu sammeln und auszuwerten. Insbesondere auch dann, wenn etwas gut gegangen ist ohne dass es entsprechende Vorbereitungen gab. Dann muss der dringenden Frage „Warum?“ in einem After-Action Review nachgegangen werden um so die offensichtlich erfolgreichen Improvisationen und Kompensationen zu evaluieren und in die Vorbereitungen aufzunehmen. Das motiviert letztendlich auch die Mitarbeiter*innen, die sich dafür eingesetzt haben und erhöht die Krisenfestigkeit nachhaltig.


Wenn sie Wünsche oder Anregungen haben, freue ich mich wie immer über eine Email: podcast@krisenmeisterei.at

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