Inhalt dieser Folge
- Einstieg mit der Kernfrage: Ist der Mensch im Krisenmanagement Risiko oder Lösung – und warum „alles niederschreiben“ allein oft eine gefährliche Illusion ist.
- Das zentrale Risiko „Held:in im System“: Wenn alles von einer Person abhängt, wird die Organisation im Ernstfall fragil. Ziel: alle im Team werden zur „richtigen Person“.
- Paradigmenwechsel: Weg von „Mensch als Schwachstelle“ hin zu „Menschen sind das System“ – mit echtem Commitment statt Jobtitel-Show.
- Crew Resource Management (CRM) als Hebel: CRM als „Teamsport“, der Performance unter Belastung ermöglicht und das System fehlertoleranter macht – nicht nur in der Krise, sondern bereits im Alltag.
- Fünf Dimensionen, die entscheiden, ob Menschen zur Lösung werden:
- Wahrnehmung unter Stress, 2) Kommunikation, 3) Entscheidungsfindung (z. B. FORDEC), 4) Teamwork/Teamdynamik, 5) Selbstmanagement & Ruhe.
- Kultur als Krisenfaktor: Psychologische Sicherheit, Speak Up, konstruktiver Umgang mit Fehlern, Initiative statt Schweigen – als Voraussetzung für echte Krisenfestigkeit.
- Schlusspunkt: Vertrauen als Basis, um Reibungsverluste zu reduzieren und als Team unter Druck handlungsfähig zu bleiben.
Wichtige Punkte
- Personenabhängigkeit ist ein Krisenverstärker: „Wenn X da ist, wird’s gut“ ist kein System – das ist Glück.
- Pläne sind nötig, aber nicht ausreichend: Unter Stress gewinnt nicht das Papier, sondern die geübte Routine.
- Speak Up ist Sicherheitsinfrastruktur: Jede:r darf/muss relevante Beobachtungen sofort ansprechen – unabhängig von Hierarchie.
- Kommunikation muss im Alltag krisentauglich werden: Transfer in den Alltag ist entscheidend, sonst verpufft Training.
- Entscheidungen brauchen trainierte Tools: FORDEC wirkt nur, wenn Anwendungssicherheit unter Druck vorhanden ist.
- Teamwork im Alltag kann „Schein-Stabilität“ sein: Verdeckte Konflikte brechen unter Belastung auf.
- Psychologische Sicherheit = Zugriff auf kollektive Intelligenz: Ohne sie bleiben Risiken unausgesprochen – bis es zu spät ist.
- Fehlerkultur entscheidet: Schuldreflex führt zu Vertuschen; Lernen macht das System besser.
- Vertrauen reduziert Reibungsverluste in der Krise: Es ist die Basis für Unterstützung und Tempo.
- Gemeinsames Sicherheitsverständnis ist Pflicht: Unterschiedliche Risikobilder in der Organisation erzeugen Brüche in Vorbereitung und Einsatz.
Zitate aus der Episode
- „Crew Resource Management ist … ein absoluter Teamsport.“
- „Bestrafung darf nie ein automatischer Reflex im Fehlerfall sein.“
- „Vertrauen ist … das Allerwichtigste, um Notfälle und Krisenmanagement überhaupt bewältigen zu können.“
Empfohlene Maßnahmen
- Single-Point-of-Failure prüfen: Wo hängt „alles“ an einer Person (Entscheidungen, Kommunikation, Freigaben)? Sofort Redundanzen schaffen.
- Speak-Up-Regel operationalisieren: Klare, einfache Teamregel („Wenn relevant: sofort ansprechen“), inklusive Schutz vor Repressalien.
- Kommunikationsroutinen in den Alltag ziehen: Für „alles, was wichtig ist“ feste Formate nutzen (kurze Briefings, klare Rückmeldeschleifen).
- Micro-Drills statt Einmal-Training: Kurz, häufig, realitätsnah – Ziel ist Routine unter Stress, nicht „Wissen gehört“.
- Psychologische Sicherheit messbar machen: Beobachtbar definieren (Wer spricht? Wer schweigt? Wie wird reagiert?) und in Führungsgesprächen aktiv bearbeiten.
- Fehlerkultur „Just“ gestalten: Weg vom Schuldreflex, hin zu Ursachenklärung und Lernen – sonst wird vertuscht und das System wird schlechter.
- Vertrauen aktiv bauen: Verlässliche Absprachen, klare Rollen, konsequente Nachbereitung – damit in der Krise keine alten Gräben aufbrechen.
Wenn sie Wünsche oder Anregungen haben, freue ich mich über eine E-Mail: podcast@krisenmeisterei.at.
Vielen Dank fürs Zuhören und auf Wiedermeistern bei der nächsten Folge!
